Remake: 5 Neuverfilmungen amerikanischer Filme

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Ein Remake ist eine Neuverfilmung, die auf einem schon veröffentlichten Film beziehungsweise auf dessen verfilmter Vorlage basiert. Remakes sind üblich, seit es Filme gibt, sie hatten anfangs technische Hintergründe. Man teilt sie in Typen und Unterkategorien ein, weil nicht jedes Remake sich eng an die Vorlage anlehnt und weil es unterschiedliche Konzepte und Motive für die Neuverfilmung gibt. Zudem gibt es Reboots (Neustarts), bei denen aus erfolgreichen Erstverfilmungen Kinoserien gemachte werden. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist „Spiderman“. Die Neuverfilmung erfolgt in der Regel mit neuen Hauptdarstellern.

Hintergrund einer Neuverfilmung

Der wichtigste Hintergrund ist kommerzieller Natur: Das Sujet, also die grundlegende Idee eines Films, spielt für dessen Erfolg eine sehr große Rolle. Es kann sich um einen Roman, eine Detektivgeschichte, eine Science-Fiction-Idee oder auch um ein historisches Ereignis handeln (siehe unten aufgeführte Beispiele). Sehr gut lässt sich das am Sujet der “Titanic” belegen: Der Untergang dieses Schiffes beschäftigt und fasziniert bis heute die Menschheit, was Filmemacher immer wieder neu zu Produktionen anregt. Dieser Stoff muss einfach seine Zuschauer finden. Ein Remake kann und muss sich daher in einigen Fällen eng an das ursprüngliche Sujet anlehnen, wie das etwa bei der Titanic der Fall ist, in anderen Fällen sind große künstlerische Freiheiten möglich. Die Fernsehserie “Elementary” etwa (auf Sat1) greift von Sherlock Holmes nur noch die Namen der beiden Hauptprotagonisten auf, wobei Dr. Watson sogar eine Frau ist. Ein weiterer wichtiger Unterschied ist zwischen der Neuverfilmung und der Neuadaption zu beachten. Letztere greift eine literarische Vorlage, auf der schon das Film-Original basierte, erneut auf und adaptiert sie vollkommen von vorn. Es wäre verfehlt, in so einem Fall von einem Remake beziehungsweise einer “Neuverfilmung” zu sprechen. Neuverfilmungen haben eine bestimmte Geschichte: Die junge Kunstform Film litt bei ihrem Entstehen Ende des 19. Jahrhunderts unter dem technischen Problem, dass die Filmnegative verbraucht wurden. Sie konnten technisch in einem gewissen Umfang kopiert werden, den Bedarf konnte man vorab kaum kennen. Irgendwann funktionierte keine Kopie mehr, der Film war aber sehr erfolgreich. Also drehte jemand ein Remake. Nun entstanden juristische Probleme, denn die Autoren des ersten Films beanspruchten die Rechte an jedem einzelnen Dialog. Daher musste sich die Neuverfilmung als eigenständige Kunstform durchsetzen: Sie durfte nur ein Sujet und auch einen genauen Handlungsstrang (wie im Fall der Titanic), aber nicht Originalpassagen des ersten Films kopieren. Ein weiterer Rechtsgrund entwickelte sich im Verlaufe des 20. Jahrhunderts: Auch für literarische Vorlagen mussten Rechte teuer erworben werden, was den Produktionsgesellschaften Anlass bot, für einen erfolgreichen Film ein paar Jahre später ein Remake in Auftrag zu geben. Diese Remake konnte dann meistens mit technischen Neuerungen aufwarten. In den 1930er bis 1950er Jahren war es der Farbfilm, in der Neuzeit sind es 3D- und Computeranimationen, mit denen eine Neuverfilmung die Vorlage übertrumpfen kann. Das gelingt allerdings nicht immer, denn Technik allein macht noch keinen guten Film aus. Nicht zuletzt gibt es rein künstlerische Gründe für ein Remake. Bekannt dafür wurde der Regisseur Alfred Hitchcock, der einige seiner eigenen Filme noch einmal neu produzierte, weil er mit der ersten Fassung nicht so recht glücklich geworden war. Im Folgenden stellen wir fünf US-Remakes vor.

Total Recall

aus dem Jahr 2012 (Hauptdarsteller: Colin Farell) ist ein Remake von “Die totale Erinnerung” (Total Recall) aus dem Jahr 1990 mit Arnold Schwarzenegger in der Hauptrolle. Das Sujet beider Filme ist nicht identisch, es gibt aber sehr deutliche Parallelen. In beiden Filmen spielt die Handlung im Jahr 2084, der Hauptprotagonist heißt in beiden Filmen Douglas Quaid. Die Vorlage der Science-Fiction-Filme ist literarischer Natur, Philip K. Dick erfand das Sujet für seine Kurzgeschichte “Erinnerungen en gros”, die kurz vor der ersten Verfilmung herauskam (auf Deutsch seit 2008). Die beiden Filme unterscheiden sich ein wenig bezüglich der Vorgeschichte und der Locations. Im 1990er Film reist der Held auf den Mars (oder nimmt es aufgrund der eingepflanzten Erinnerung an), im 2012er Remake ist die Erde durch einen vorherigen Chemiewaffenkrieg verseucht und hat nur die beiden Regionen Großbritannien als Zentralmacht und Australien als Kolonie hinterlassen. Die Handlung der Filme ähnelt sich ansonsten sehr, es geht um Rebellion und Moral, allerdings musste das Remake mit sehr schlechten Kritiken leben. Das Original war einer der Bestseller unter Mitwirkung von Arnold Schwarzenegger.

Das Sujet der Titanic

und ihres Untergangs wurde 1912 erstmals in einem Film aufgegriffen (“Saved From the Titanic” mit Dorothy Gibson in der Hauptrolle), also in jenem Jahr, in dem das Schiff gesunken war. Danach folgten 13 Remakes, von denen das berühmteste zweifellos “Titanic” aus dem Jahr 1997 mit Kate Winslet und Leonardi DiCaprio in den Hauptrollen ist. Die Regie führte James Cameron. Der Film erhielt elf Oscars, er verwendete zwar eine vollkommen fiktive Liebesgeschichte zwischen den Hauptprotagonisten als Handlungsstrang, hielt sich aber ansonsten sehr akkurat an die historischen Fakten bis hin zu einer nahezu perfekten Reproduktion des Schiffes Titanic. Das letzte Remake des Titanic-Stoffes gab es 2012 in einer Fernsehserie.

Sherlock Holmes

Hatte bis gegenwärtig 254 Remakes, der Stoff stammt vom Sir Arthur Conan Doyle, der ihn in den späten 1880er Jahren erstmals skizzierte. Es entstanden vier Romane und 56 Kurzgeschichten, die unendlich oft verfilmt wurden. Die erste berühmte US-Produktion war der “Hund von Baskerville” aus dem Jahr 1939, kanadische Fernsehfilme gab es noch in den Jahren 2000 und 2002. Bemerkenswert ist das Aufgreifen der Namen der Hauptprotagonisten in der US-Serie “Elementary” (Erstausstrahlung 2012), die aktuell noch auf Sat.1 läuft. Der Hauptdetektiv heißt Sherlock Holmes, seine Partnerin (!) ist Dr. Watson. Im Original und allen anderen Remakes war Dr. Watson immer ein Mann.

Alice im Wunderland

Auf 37 Remakes brachte es dieses wundervolle Märchen nach der Vorlage des Kinderbuches von Lewis Carroll aus dem Jahr 1865. Es ist ein Klassiker der Weltliteratur, der seit 1977 oft verfilmt wurde, erstmals in “Jabberwocky”, zuletzt im 3D-Film „Alice im Wunderland“ von Tim Burton aus dem Jahr 2010.

Ben Hur

Das Drama um den fiktiven jüdischen Fürsten nach einer Romanvorlage von Lew Wallace aus dem Jahr 1880 wurde erstmals 1907 verfilmt und hatte seither vier Remakes, deren berühmtestes der Spielfilm aus dem Jahr 1959 ist (Regie: William Wyleraus, Hauptrolle: Charlton Heston). Eine Neuverfilmung brachte Steve Shill im Jahr 2010 in die Kinos, die nächste wird 2016 starten. Der Monumentalfilm des Jahres 1959 erhielt wie die Titanic und “Herr der Ringe” elf Oscars, eine bislang unübertroffene Marke (Stand der Betrachtung: Dezember 2015). Dabei spielt ganz sicher das historische, in der Antike angesiedelte Sujet (um die Geburt Jesu Christi herum) eine herausragende Rolle.


Bildnachweis: © freeimages.com – Sherine Chuah

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Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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