Fischregen: schreckliche Bilder: in Japan, Australien, Sri Lanka und Indien fallen Fische vom Himmel!

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Einer der ersten Fischregen wurde im Jahr 1918 beobachtet. Die Bewohner des Vorortes Hendon, nahe der britischen Stadt Sunderland, berichteten von einem Fischregen, bei dem tote „Kleine Sandaale“ (Meeresfische aus der Gruppe der Barschverwandten) vom Himmel fielen. Doch das ist kein Einzelfall. Seit 1918 wird immer häufiger von Fischregen berichtet.

Sachsen: hier fand der erste Fischregen der Neuzeit statt

Man schrieb das Jahr 989, als man in Sachsen vom Herabfallen von Fischen berichtete. Über die Zeit wurde das Naturphänomen auch in Holzschnitten festgehalten. In den zwanzig Jahren dieses Jahrtausends wurden etliche Fischregen berichtet. So hat man in SriLanka Garnelen vom Himmel fallen gesehen.

Fischregen in Ishikawa

Die Japan Times berichtete im Juni 2009 über einen Fischregen von Kaulquappen, der hernieder ging. 13 tote Tiere habe man am Morgen des 15. Juni in dem Ort Miyoshi (in der Präfektur Hiroshima gelegen) gefunden. Die Kaulquappen lagen auf einem Rasen und auf einem Parkplatz auf einer Fläche von rund 20 Metern verteilt.

Zuvor fand ein Lehrer in Hamamatsu (Präfektur Shiuouka) über 30 tote Kaulquappen auf einem Sportplatz der örtlichen Mädchenhochschule. In der Präfektur Iwate will eine 67-jährige Frau ein Dutzend kleiner, teilweise noch zappelnder Fische auf Pflanzen liegend entdeckt haben. Die Augenzeugin berichtete von einem Plätschergeräusch.

Eine andere Zeitung des Landes, die „Mdn.Mainichi.jp“ hatte hier ebenfalls beizutragen. 40 bereits ausgetrocknete Fröschen und Kaulquappen sollen dem Tennisplatz der Mädchenschule von Hamamatsu gefunden worden sein.

Der britische „The Guardian“ berichtete über mehrere unterschiedliche Fälle von Fischregen in Japan. Ein Fund von 13 kleinen Karauschen (Karpfenfische) sollen auf dem Dach eines Lkw in der Präfektur Ishikawa entdeckt worden sein. Auf Windschutzscheiben, Schulplätze und Autodächern will man auch in anderen Landesteilen Fische entdeckt haben geregnet sein.

Kaulquappen gingen bei dem Fischregen 2009 in Ishikawa nieder (Foto: shutterstock - Keroro)

Kaulquappen gingen bei dem Fischregen 2009 in Ishikawa nieder (Foto: shutterstock – Keroro)

Andhra Pradesh: Zyklon Phethai lässt Fische vom Himmel regnen

Im Dezember 2018 sorgte der Zyklon Phethai für Verwüstung im indischen Andhra Pradesh. Auch hier kam es zu einem Fischregen. Das nachfolgende Video zeigt beeindruckende Bilder von dem Zyklon an der Küste Indiens.

Im September 2017 berichtete die Stuttgarter Zeitung von einem dramatischen Fischregen im Norden von Mexiko. Fotos auf facebook zeigen das Phänomen. Der Fischregen ereignete sich nahe der Stadt Tampico. Wissenschaftler sehen die Ursache für den Fischregen in zeitgleich beobachteten Wasserhosen auf dem Meer vor der Küste. Die Fotos zeigen eingesammelte Fische in einer Tüte und wurden vom Zivilschutz der Stadt Tampico veröffentlicht.

Bunter Fischregen in Qingdao

Am 19. Juni 2018 berichteten Medien über die ostchinesische Küstenstadt Qingdao. Dort wurden die Bewohner Zeugen eines ungewöhnlichen Naturschauspiels. Ein massiver Regengusses ließ nicht nur golfballgroße Hagelkörner hernieder gehen. Kleine Meerestiere wie Seesterne, Schrimps und Schnecken fielen vom Himmel und setzten sich auf Windschutzscheiben nieder. Fotos gingen über Twitter und andere sozialen Medien. Von 1898 bis 1919 war die Stadt eine Kolonie des Deutschen Reichs (Kiautschou). Ihr Bier ist heute weltbekannt unter dem Namen Tsingtao.

Wie kommt es zum Fischregen?

Windhosen und Tornados sind die Ursache für viele Fischregen. Die starken Winde streichen über die Wasseroberfläche und erfassen dabei Fische und anderes Meeresgetier. Die Tiere werden in große Höhen gezogen und von dem Wind mit hoher Geschwindigkeit teils über mehrere hundert Kilometer transportiert, bis sie dann als Fischregen niedergehen. Dies bestätigen auch Angehörige der Forschungsbibliothek des US-Kongresses. Das Phänomen soll bereits seit dem Altertums existieren, wie Aufzeichnungen bestätigen. Auch der deutsche Biologe Dr. Mario Ludwig vertritt diese Theorie.

Häufige Ursache für einen Fischregen ist ein Tornado auf dem Meer. Er erfasst Fische und wirbelt sie mitsamt dem sie umgebenden Wasser in die Höhe. Oft werden sie viele Hundert Kilometer weit vom Tornado transportiert. (Foto: shutterstock -  IgorZh)

Häufige Ursache für einen Fischregen ist ein Tornado auf dem Meer. Er erfasst Fische und wirbelt sie mitsamt dem sie umgebenden Wasser in die Höhe. Oft werden sie viele Hundert Kilometer weit vom Tornado transportiert. (Foto: shutterstock – IgorZh)

Aerial Stocking: Fischregen für eine bessere Umwelt

Wenn es im US-Bundesstaat Utah Fische vom Himmel regnet, dann ist dies keinem Taifun geschuldet. Hier agieren Mitglieder des Utah Department of Wildlife. So öffnet sich die Luke eines Flugzeugs und hunderte kleiner Forellen fallen aus dem Bauch der Maschine. Hier bringt der Fischregen junge Forellen in ihre neue Heimat. Auch wenn es nach Tierquälerei aussieht, dem ist nicht so.

Das Utah Department of Wildlife will mit der Aktion den Fischbestand in den entlegenen Bergseen aufstocken. So werden Rückgänge im Fischbestand durch Nachzucht wieder ausgeglichen. Das Aussetzen per Flugzeug ist für die Fische wesentlich stressärmer als der langwierige Transport in die entlegene Region auf dem Landweg, so die Behörde.

Ganz ohne Verluste geht es nicht. Immerhin 95 bis 99 Prozent der Fische kommen lebend im Wasser an. Das sei eine bessere Quote als beim Transport auf dem Landweg. Vor allem die geringe Größe der Jungfische mache deren Überleben beim Fischregen leicht.

Video: verordneter Fischregen

Das Video zeigt beeindruckend, wie lebende Fische aus dem Behälter im Flugzeug heraus „ausgesetzt“ werden. Es ist ein echter Fischregen natürlich nicht vergleichbar mit jenem in Sachsen oder Hendon.

Air Stocking der Fish Hatchery des DEC – NYS Dept. of Environmental Conservation

Auch anderorts bedient man sich der einfachen Möglichkeit der Distribution von Zöglingen der Fischzucht per Flugzeug. Das NYS Dept. of Environmental Conservation bringt so jährlich etwa 450 Tonnen Fisch in mehr als 1.200 öffentliche Bäche, Flüsse, Seen und Teiche im ganzen Staat aus. Diese Fische werden für zwei Hauptzwecke aufgezogen. Zum einen soll so die Freizeitfischerei unterstützt werden und es sollen einheimische Arten in Gewässern wiederangesiedelt werden, in denen sie früher heimisch waren. Abgelegene oder nur schwer befahrbare Standorte werden so aus der Luft per Flugzeug oder Helikopter bestückt.

Wo regnet es Fische?

Im Jahr 2009 soll ein Fischregen über mehrere Tage hinweg Kaulquappen geregnet haben. Dieses Phänomen hat sich in Japan ereignet. Im Jahr 2018 regnete es in der ostchinesische Küstenstadt Qingdao Fische und andere Meerestiere.

Hat es schon mal Fische geregnet?

Im Dezember 2018 hat es im indischen Andhra Pradesh Fische geregnet. Die Meerestiere wurden vom Zyklon Phethai aus der See gerissen und an die indische Küste getragen. Der Tierregen durch die starken Winde des Zyklons rissen die Tiere aus den Gewässern und transportierten sie über viele Kilometer weit.

Warum regnet es in Honduras Fische?

Es regnet Fische, weil diese über dem Wasser von starkem Wind erfasst werden. Die Fische werden dann von dem Wind in große Höhen gewirbelt und so über viele Kilometer transportiert. Geraten die Fische dann in ruhige Außenbereiche des Windes, fallen sie als Fischregen vom Himmel. Dann regnet es Fische, so eine wissenschaftliche Hypothese.

In Honduras tauft man den Geruch nach dem Regen ‚lluvia de peces‘ (Fischregen). Das Naturphänomen ereignet sich seit mehr als 100 Jahren jährlich immer zwischen den Monaten Mai und Juni. In den letzten Jahren soll das Ereignis sogar zweimal jährlich eingetreten sein.

Der Fischregen in Honduras dauert etwa drei Stunden. Dem geht in aller Regel ein heftiges Unwetter voraus, das in einen Sturm übergeht. Ist das Naturschauspiel vorüber, soll man am Boden eine riesige Zahl an Fischen vorfinden. Die Einheimischen sammeln den reichhaltig vorhandenen Fisch auf und bereiten ein Festmahl zu.

Der Fischregen in Honduras zieht jedes Jahr mehrere Tausend Menschen an, die das Schauspiel bewundern. Typischerweise ereignet es sich im Frühjahr bzw. Sommer. Auf jeden Fall kommen Tausende von Menschen aus der ganzen Welt in der Frühjahr-Sommer-Saison nach Honduras, um dieses Wunder der Natur zu sehen.

Was kann alles vom Himmel fallen?

Dies alles kann vom Himmel fallen: meist sind es Steine, aber auch Fische und Kröten. Je nachdem, was vom Sturm erfasst und aufgewirbelt wird. Stiere, Eidechsen, Muscheln und Schildkröten sind dabei, nicht immer ist der Umstand zu erklären, der zum „Regen“ des Gegenstandes geführt hat.

  • Männer
    Die Weather Girls (Izora Rhodes Armstead und Martha Wash Jahwe) sorgten im Jahr 1982 für eine weitere Form des Niederschlags. In ihrem Schlager ließen sie es Männer regnen. Die Schallplatte wurde mehrere Millionen mal verkauft.
  • David Bowie
    Im Film „Der Mann, der vom Himmel fiel“ des Jahres 1976 fiel David Bowie vom Himmel. Als Außerirdischer war er auf der Suche nach Wasser für seinen Heimatplaneten.
  • Starfighter
    Das Jagdflugzeug Lockheed F-104 (auch bekannt als „Starfighter“) war in den 60er und 70er Jahren bekannt dafür, dass es besonders häufig vom Himmel fiel. Böse Zungen behaupteten, dass der Ankauf eines größeren Grundstücks ausreichte, über kurz oder lang die Bekanntschaft mit einem niedergehenden Starfighter machen zu können.
  • Meister
    Handwerksmeistern, also den Experten ihres Fachs, wird nachgesagt, dass sie außergewöhnlicherweise nie vom Himmel fallen.
  • Politiker
    Während man Handwerksmeistern das vom Himmel fallen nicht zugesteht, gilt dies bei Politikern eher als üblich.
  • Ausnahme: Konrad Adenauer
    Dem Politiker Konrad Adenauer wird ein Zitat nachgesagt. Auf die Frage, ob er denn Flugangst habe, soll er geantwortet haben „Nein, es ist doch noch keen Meister vom Himmel jefallen!“.
  • Ikarus
    Der Sohn des griechischen Erfinders soll sich im Flug mit seinen durch Wachs zusammen gehaltenen Flügeln zu sehr der Sonne genähert haben. Dadurch löste sich das Wachs und Ikarus näherte sich nicht länger der Sonne, sondern wieder der Erde.
  • Schokolade
    Die Berliner Luftbrücke versorgte die Stadt Berlin durch Flugzeuge der Westalliierten, nachdem die sowjetische Besatzungsmacht die Zufahrtswege von der Trizone nach West-Berlin vom 24. Juni 1948 bis 12. Mai 1949 durch eine Berlin-Blockade versperrt hatte. Der amerikanische Pilot Gail Halvorsen warf bei der Landung auf Tempelhof Schokoladentafeln und Kaugummis mit selbstgebastelten Fallschirmen aus Taschentüchern ab. Dies brachte den Flugzeugen den Beinamen „Candy-Bomber“ ein. Eine Ladung Rosinen für die Berliner Weihnachtsbäckerei fügte noch den weiteren Beinamen „Rosinenbomber“ hinzu.

    Das nachfolgende Video zeigt den legendären Candy-Bomber der Luftbrücke.

  • Regentropfen
    Dies ist der Klassiker, der viel zu wenig gewürdigt wird.

Über den Autor

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Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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