Das Diktat der Bilder
Was ist stärker - die Liebe zwischen zwei Menschen oder die Macht der Medien? Diese Frage steht im Zentrum des elfminütigen Kurzfilms "Das Diktat der Bilder" von Oliver Weiße, der beim sächsischen Landesfilmfestival des nichtkommerziellen Films in Dresden mit der Silbermedaille geehrt wurde. Oliver Weiße, Germanistik-Student der TU Chemnitz, freut sich über den Erfolg seines Kurzfilms: "Das ist schon wirklich eine tolle Sache. Und vielleicht habe ich mit meinem Film ja auch Chancen beim bundesweiten Wettbewerb." Entschieden wird das beim Bundesfilmfestival FANTEX (Fantasie- und Experimentalfilm), welches vom 17. bis 19. April 2009 in Waiblingen stattfindet und die nächste große Stufe auf dem Weg ins Filmgeschäft darstellt. 66 Filme aus allen Bundesländern werden dort gezeigt und die erfolgreichsten Produktionen kommen dann zu den Deutschen Filmfestspielen nach Hamburg. Aber so weit denkt der Germanistik-Student eigentlich noch gar nicht. Für ihn ist es schon eine große Ehre, dass sein Werk sogar beim Filmfest Dresden, dem internationalen Kurzfilmfestival, präsentiert wird.
Überhaupt hätte der 23-Jährige am Anfang nie gedacht, dass sein Kurzfilm gleich solche Wellen schlägt und nun von einem Festival zum nächsten wandert. Oliver Weiße filmt zwar schon seit mehreren Jahren in seiner Freizeit, aber bei einem Wettbewerb hatte er bislang noch nichts eingereicht. "Das Diktat der Bilder" entstand damals im Rahmen einer Vorlesung von Prof. Dr. Klaus Sachs-Hombach, Inhaber der Professur Philosophie mit dem Schwerpunkt Kognitionswissenschaft an der TU Chemnitz, und wurde erstmals bei der Chemnitzer VideoEXpo einem größeren Publikum vorgeführt und gleich mit dem grünen Chamäleon auf Gold prämiert. Für die nächste Chemnitzer VideoEXpo wurde Oliver Weiße auch gleich engagiert, um anderen Studenten in Tutorien Tipps und Tricks rund um die Filmgestaltung zu geben.
Über ein Jahr Arbeit steckt hinter dem Film, den der Regisseur selbst als "dystopisches Abenteuer mit Action, Drama und Science-Fiction-Elementen" bezeichnet und der neben dem hervorragend ausgearbeiteten Thema vor allem durch seine computeranimierten Effekte besticht. Immer wieder verweist der junge Regisseur in seinem Film auf bekannte Klassiker wie "Metropolis", einem deutschen Stummfilm von Fritz Lang aus dem Jahre 1927, oder auch auf Passagen aus Stanley Kubricks "Clockwork Orange". Und auch die Verbindung zu dem Roman "1984" von George Orwell lässt sich nicht verleugnen. Der totalitäre Überwachungsstaat von damals wird zum Medienstaat von heute. Im Mittelpunkt der Handlung stehen zwei Hauptdarsteller, die auf zwei verschiedene Weisen mit den Medien umgehen. Maik Bräuer geht dabei den recht einfachen Weg der freiwilligen Akzeptanz, während Anett Grahl den eher schwierigen Weg der kritischen Auseinandersetzung wählt. Am Ende des Films verfallen jedoch beide Charaktere dem Diktat der Bilder.
Quelle: Pressemeldung Technische Universität Chemnitz
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